Android

Android-Diebstahlschutz: Google erschwert das Geschäft mit der Hehlerware

Google rollt neue Android-Features gegen Diebstahl aus: Biometrie-Zwang, KI-Erkennung und Remote Lock machen gestohlene Smartphones für Diebe wertlos.

Bildquelle: Mohamed Nohassi | unsplash

2 Min. Lesezeit

Es ist ein offenes Geheimnis in der Branche: Wenn Langfinger die Wahl haben, greifen sie meistens zum iPhone. Nicht, weil Android-Nutzer die sympathischeren Menschen wären, sondern weil der Wiederverkaufswert in der Regel stabiler bleibt. Doch mit dem Aufstieg der High-End-Pixels und Foldables ist auch das Interesse an Googles Hardware gestiegen. Google reagiert nun darauf und rollt eine Reihe von Funktionen aus, die den klassischen "Snatch-and-Run" für Kriminelle so ungemütlich wie möglich machen sollen.

Das Herzstück der neuen Sicherheitslage ist die Erkenntnis, dass ein entsperrtes Handy für einen Dieb der Jackpot ist. Wer Zugriff auf die PIN hat, hat Zugriff auf das Leben des Besitzers. Hier greift der Identity Check an, der nun unter Android 15 und höher konsequenter auf Biometrie setzt. Anstatt sich auf Passwörter zu verlassen, die man über die Schulter ausspähen kann, fordern kritische Apps wie der Passwort-Manager oder Banking-Tools jetzt zwingend den Fingerabdruck oder den Face-Scan. Selbst wenn der Dieb deine PIN kennt, bleibt er vor der digitalen Tresortür stehen.

Für diejenigen, die das Pech haben, dass ihnen das Gerät direkt aus der Hand gerissen wird, greift die Theft Detection. Google nutzt hier die Beschleunigungssensoren und eine Prise KI, um typische Fluchtbewegungen zu erkennen. Wenn das Handy registriert, dass es gerade ruckartig beschleunigt wird - etwa durch einen Radfahrer im Vorbeifahren -, sperrt es sich sofort. In Brasilien, einem Hotspot für diese Art von Kriminalität, aktiviert Google diese Funktionen jetzt sogar standardmäßig. Für den Rest der Welt bleibt es vorerst eine Option in den Einstellungen.

Interessant ist auch die Verschärfung beim Remote Lock. Bisher war das Fernsperren über den Browser zwar möglich, aber oft etwas fummelig. Das Update führt eine Sicherheitsabfrage ein, die sicherstellen soll, dass wirklich du vor dem Rechner sitzt und nicht nur jemand, der Zugriff auf deinen Laptop hat. Zusammen mit der verlängerten Sperrzeit bei falschen PIN-Eingaben unter Android 16 wird das Raten von Passcodes für Gelegenheitsdiebe zum Geduldsspiel, das sie meist verlieren werden. Am Ende bleibt ihnen dann nur ein teurer Briefbeschwerer aus Glas und Aluminium, der sich kaum noch zu Geld machen lässt.

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