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Digitale Bildung im Lehramt: Die große Lücke zwischen Anspruch und Hörsaal

Monitor Lehrkräftebildung 2024: Ein Drittel der Lehramtsstudierenden schließt ohne verpflichtende Digitalkompetenzen ab. KI-Inhalte bleiben die Ausnahme.

Bildquelle: Ivan Aleksic | unsplash

2 Min. Lesezeit

Man könnte meinen, acht Jahre wären in der Tech-Welt eine Ewigkeit. So lange ist es her, dass die Kultusministerkonferenz (KMK) beschloss, Digitalkompetenzen fest im Lehramtsstudium zu verankern. Der aktuelle „Monitor Lehrkräftebildung“ zeigt nun jedoch, dass zwischen politischen Strategiepapieren und der Realität in den Hochschulen noch immer eine ordentliche Lücke klafft. Während wir über ChatGPT im Klassenzimmer debattieren, verlassen immer noch rund 30 Prozent der angehenden Lehrkräfte die Universität, ohne jemals verpflichtend ein Modul zu Medienkompetenz belegt zu haben.

Zwar hat sich der Anteil der verpflichtenden Angebote seit 2020 deutlich von etwa 20 auf bis zu 74 Prozent gesteigert, doch für eine flächendeckende digitale Souveränität in den Schulen reicht das Tempo kaum aus. Besonders deutlich wird das Defizit beim Thema Künstliche Intelligenz. Wer hofft, dass die nächste Generation von Lehrkräften KI-Tools souverän in den Unterricht einbaut, wird enttäuscht: Nur an knapp zehn Prozent der Standorte sind KI-Kompetenzen aktuell ein Pflichtbestandteil des Studiums.

Die Daten offenbaren ein strukturelles Problem. Nur 43 Prozent der Hochschulen haben digitale Inhalte konsequent in die Fachdidaktiken integriert. Oft bleibt es beim optionalen Zusatzangebot, das zwar von engagierten Studierenden genutzt wird, aber eben nicht die Breite erreicht. Rheinland-Pfalz geht hier als einziges Bundesland voran und hat KI als Querschnittsthema festgeschrieben. Der Rest der Republik agiert eher im Modus „Abwarten und Beobachten“.

Dass es nicht nur an den Universitäten hakt, zeigt ein ergänzendes Papier des Forums Bildung Digitalisierung. Auch bei den Lehrkräften, die bereits im Dienst sind, sieht es bei der Fortbildung in Sachen KI eher mau aus. Es entsteht der Eindruck, dass das System der staatlichen Fort- und Ausbildung mit der rasanten technologischen Entwicklung schlicht nicht Schritt halten kann. Wenn der Erwerb von Digitalkompetenzen weiterhin ein „Kann“ und kein „Muss“ bleibt, riskieren wir, dass die digitale Schere in den Klassenzimmern weiter auseinandergeht - je nachdem, wie technikaffin die jeweilige Lehrkraft zufällig ist.

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