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KI-Sicherheit in der Straßenbahn: Wie Bremen den ÖPNV schützt

Bremen setzt auf AI Watch: Die KI erkennt Gefahren in Straßenbahnen in Echtzeit, schützt den Datenschutz durch Verpixelung und entlastet das Personal.

Bildquelle: Jahanzeb Ahsan | unsplash

2 Min. Lesezeit

In einer langen Straßenbahn verliert man als Fahrer schnell den Überblick. Wenn es im hinteren Teil des Fahrzeugs zu Pöbeleien oder Handgreiflichkeiten kommt, wird das oft erst verzögert bemerkt. Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) geht dieses Problem nun mit dem System "AI Watch" an. Die Software erkennt Gefahrensituationen automatisch und meldet sie an die Leitstelle, bevor die Situation eskaliert.

Analyse direkt am Rand des Netzwerks

Das Besondere an dieser Lösung ist die Architektur. Anstatt Videostreams ungefiltert in eine Cloud oder an eine zentrale Stelle zu schicken, findet die Bildverarbeitung direkt im Fahrzeug statt (Edge AI). Ein unabhängiger Computer analysiert die Aufnahmen der Innenkameras in Echtzeit. Nur wenn der Algorithmus ein vordefiniertes Verhaltensmuster erkennt - etwa aggressive Bewegungen oder körperliche Auseinandersetzungen - wird ein Alarm ausgelöst.

Datenschutz durch lokale Verarbeitung

Ein kritischer Punkt bei KI-Überwachung ist immer die Privatsphäre. Das System in Bremen ist so konfiguriert, dass es keine biometrischen Daten sammelt oder Gesichter identifiziert. Bevor die KI das Material überhaupt zu sehen bekommt, werden alle Personen im Bild automatisch verpixelt. Da die Daten nicht gespeichert oder zum Training in die Cloud geladen werden, bleibt die Anonymität der Fahrgäste gewahrt. Es geht um die Erkennung von Mustern, nicht um die Identifikation von Individuen.

Training mit simulierten Konflikten

Damit die Software zuverlässig zwischen einem spielenden Kind und einem echten Angriff unterscheiden kann, wurde sie mit tausenden Stunden Videomaterial trainiert. Dafür haben die Entwickler von "Just Add AI" Szenen mit Schauspielern nachgestellt. Diese gezielten Datensätze ermöglichen es der KI, aggressive Gestik und physische Konflikte mit hoher Präzision zu filtern.

Rollout bis Ende 2026

Nach einem erfolgreichen Probebetrieb wird das System nun schrittweise ausgerollt. Bis Ende 2026 soll etwa ein Drittel der Bremer Flotte mit der Hardware ausgestattet sein. Das Projekt wird zu großen Teilen vom Bundesverkehrsministerium gefördert und zeigt, wie spezialisierte KI-Anwendungen im kommunalen Raum einen konkreten Nutzwert schaffen, ohne grundlegende Datenschutzrechte zu verletzen.

stadt-bremerhaven.de

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