Windows-Patchday mit Nebenwirkungen: Wenn der PC nicht schlafen will
Microsoft bestätigt Probleme beim Herunterfahren unter Windows 10 und 11 nach dem Januar-Patch. Betroffen sind Systeme mit System Guard Secure Launch.
Bildquelle: Philip Oroni | unsplash
2 Min. Lesezeit
Es ist ein Klassiker der Betriebssystem-Pflege: Ein Patch soll Löcher stopfen, reißt an anderer Stelle aber eine neue Baustelle auf. Nach dem Januar-Update für Windows stehen viele Nutzer vor der kuriosen Situation, dass ihr Rechner schlichtweg den Feierabend verweigert. Was zunächst nach einem exklusiven Problem für Windows 11 23H2 aussah, hat sich mittlerweile ausgeweitet.
Microsoft musste nun eingestehen, dass auch Windows 10 22H2 sowie die LTSC-Versionen von 2019 und 2021 betroffen sind, wenn es um das korrekte Herunterfahren oder den Ruhezustand geht.
Die Ursache liegt tief im Sicherheitsgerüst der Systeme vergraben. Der Fehler tritt offenbar nur dann auf, wenn der sogenannte "System Guard Secure Launch" aktiv ist. Diese Funktion soll eigentlich den Bootvorgang gegen Angriffe auf Firmware-Ebene absichern. In Kombination mit dem Virtual Secure Mode (VSM) scheint sich Windows jedoch beim Versuch, die Hardware schlafen zu legen, ordentlich zu verschlucken. Das Ergebnis ist ein System, das entweder gar nicht reagiert oder im laufenden Betrieb hängen bleibt, statt sauber abzuschalten.
Besonders unglücklich ist die Informationslage für die Betroffenen. Microsoft hatte zwar schon Mitte Januar mit außerplanmäßigen Patches versucht, das Problem einzufangen, doch die Rückmeldungen aus der Nutzerschaft blieben negativ. Der Fehler ist hartnäckiger als gedacht. Inzwischen wurde sogar ein zuvor empfohlener Workaround via Eingabeaufforderung wieder aus der offiziellen Dokumentation gestrichen - offenbar hat er entweder nicht zuverlässig funktioniert oder an anderer Stelle für neuen Ärger gesorgt.
Momentan bleibt den Anwendern wenig mehr als Geduld. Ein finaler Fix ist zwar in Arbeit, einen konkreten Termin für die Verteilung über die Windows-Update-Funktion gibt es aber noch nicht. Wer also eine der betroffenen Konfigurationen nutzt und feststellt, dass der Laptop-Lüfter in der Tasche plötzlich munter weiterdreht, weiß jetzt immerhin, dass es nicht an der Hardware liegt, sondern an einem Software-Konflikt, den Redmond erst noch entwirren muss.
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